Low-Carb-Zitronenschnittchen-Dingens

Schnittchen für Schnittchen lecker

Nachdem die ersten Lowcarb-Rezepte nicht ohne Schokolade auskamen, wollte ich dieses Mal etwas backen, bei dem man sich nach dem Naschen nicht durch schmutzige Finger verrät. Außerdem liebe ich seit jeher Kuchen mit Zitrone (saftiger Zitronenrührkuchen mit Zitronen-Zuckerguss! Hmmmmm … aber ich schweife ab) – also hat die Nadel dieses Mal eher Richtung sommerlich-frisch ausgeschlagen.

Als Inspirationsquelle dienten die Luscious Lemon Bars von Danielle Walker, die ich aber, sowohl was die Mengenangaben als auch was die Zutaten angeht, leicht angepasst habe.

Die Mengenangaben passen zum von mir verwendeten Pizzablech von 34 cm Durchmesser. Wer eine kleinere Form – z.B. eine 26 cm Springform – benutzen möchte, sollte die Teigmenge um das 1,5fache reduzieren.

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Hier eine kleine Auswahl aus der Zutatenliste – ich habe aber fast 4 Zitronen benötigt und die Kokosraspel haben es nicht aufs Bild geschafft.

 

Zutaten für den Mürbeteig:

  • 90 g gemahlene Sonnenblumenkerne
  • 100 g Kokosmehl
  • 3/4 TL Backnatron (z.B. Kaisernatron)*
  • 50 g laktosefreie Butter, zimmerwarm
  • 35  g Erythrit (z.B. Xucker light)
  • 3 Eier (Größe L)
  • 1 1/2 TL Vanille-Aroma
  • 2 Tl Zitronensaft

Den Ofen auf 175°C (Umluft) vorheizen.

Zuerst das Erythrit und später die Sonnenblumenkerne mahlen. Hierfür eignet sich entweder eine Kaffeemühle mit Schlagwerk oder auch ein Stabmixer (hohen Becher verwenden!). Beim Sonnenblumenkernmehl kann man später, je nach Geschmack , die gröberen Bestandteile  heraussieben – ich habe sie drin gelassen, weil ich etwas Biss im Teig liebe.

Dann in einer Schüssel mithilfe der Küchenmaschine oder eines Handmixers alle Zutaten für den Mürbeteig zu einem Teig verarbeiten.

Den Teig mit den Fingern in eine mit Backpapier ausgelegte Form drücken (hier besagtes Pizzablech mit 34 cm Durchmesser).
Tipp: der Teig lässt sich gleichmäßiger verteilen (und klebt auch weniger an den Fingern), wenn man ihn durch ein Stück Klarsichtfolie mithilfe eines Glases in der Form ausrollt.

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Den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen und im Ofen 10 Minuten vorbacken.

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Nach dem Vorbacken den Teig in der Form 10 – 15 Minuten auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Währenddessen die Füllung zubereiten.

Zutaten für die Füllung:

  • 5 Eier (Größe L)
  • 100 g Erythrit (z.B. Xucker light)
  • 1 Tasse Zitronensaft (entspricht ca. 250 ml)
  • 60 g Kokosmehl
  • 3 gehäufte EL Kokosraspel
  • abgeriebene Schale einer Zitrone (Bio, Schale vor dem Reiben heiß abgewaschen)

Zunächst die Eier in einer Schüssel schaumig aufschlagen, dann die pulverigen Zutaten, die Kokosraspel und die abgeriebene Zitronenschale löffelweise zugeben. Zum Schluss den Zitronensaft unterrühren. Kokosmehl ist in der Lage, sehr sehr viel Flüssigkeit zu binden, deshalb sollte man es ungefähr 15 Minuten quellen lassen.

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Nach der Quellpause die Füllung auf den vorgebackenen Boden geben und die Tarte weitere 15-20 Minuten backen.  Wer die Füllung in der Mitte noch leicht “schlief” und feucht haben möchte, orientiert sich eher an der kürzeren Backzeit.

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Den Kuchen nach dem Backen in der Form auf einem Gitter auskühlen lassen. Vor dem Herauslösen den Rand mit einem spitzen Messer von der Form lösen und das Gebäck dann mithilfe einer Palette auf eine Platte gleiten lassen. Wie gewünscht in Stücke schneiden.

Wie immer bei Backwerk mit Erythrit: zum längeren Aufbewahren in einer luftdicht schließende Frischhaltedose geben und kühl lagern.

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Wie man oben auf dem Foto sehen kann, haben sich die Sonnenblumenkerne im Teig grün gefärbt – hierbei handelt es sich um eine Reaktion mit dem alkalischen Natron, die Geschmack  und Verträglichkeit nicht beeinträchtigt.

Nährwerte (ohne Gewähr):

gesamtes Rezept (ohne Aromen)
Kalorien: 2485
Kohlehydrate: 221 g
Davon Zucker: 27 g
Fett: 186 g
Eiweiß: 115 g

auf 100g (ohne Aromen)
Kalorien: 199
Kohlehydrate: 18 g
Davon Zucker: 2 g
Fett: 15 g
Eiweiß: 9 g

 

 

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“Erythrit ist eine süß schmeckende Verbindung und gehört chemisch zu den Zuckeralkoholen. Es wird als Zuckerersatzstoff verwendet.” (Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Erythrit)

Gleich vorweg für die Low-Carber: Erythrit hat mit 0,24 kcal pro Gramm einen kalorischen Wert, der 95% unter dem von Tafelzucker (Sucrose) liegt. Laut verschiedener Studien (z.B. hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8039489) hat Erythrit keine nennenswerten Auswirkungen auf den Insulinspiegel.

Erythrit wird unter verschiedenen Handelsnamen vertrieben (u.a. Sukrin, Erythritol, Xucker Light), es schmeckt dem normalen Tafelzucker sehr ähnlich, ist allerdings nicht ganz so süß. Der größte geschmackliche Unterschied ist das etwas kühlende Mundgefühl, das beim schmelzen auf der Zunge entsteht. Es erinnert beim puren Verzehr ein wenig an Zahnpflege-Kaugummi, in aufgelöster Form ist dieser Effekt dann allerdings nicht mehr zu bemerken.

Durch die eher schlechte Löslichkeit ist die Verarbeitung nicht immer ganz einfach. In diesem Fall habe ich das Erythrit zu Puderzucker vermahlen, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.

In die Gruppe der Zuckeralkohole gehören übrigens auch Sorbit, Maltit (wird bevorzugt für zuckerfreie Bonbons verwendet) und Isomalt. Wo diese gerne Blähungen verursachen, hält sich das Erythrit angenehm zurück, da der größte Teil davon bereits im Dünndarm aufgenommen wird. Es wird trotzdem geraten, nicht mehr als 50g zu sich zu nehmen.

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* Lesenswerter Artikel “Mit Natron backen”

 

Fotos: Chris Marquardt, www.chrismarquardt.com

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