Ein seltsames Experiment

Hallo, Chris hier mal wieder. Gleich vorweg: ich habe so meine Probleme damit, wenn man zwar versucht, seine Ernährung umzustellen, sich dabei aber bloß nichts verändern darf. Für jedes plötzlich nicht mehr passende Lebensmittel muss unbedingt ein Äquivalent gefunden werden, damit man theoretisch genau so weiter essen kann wie bisher. Statt Thüringer Bratwürstchen isst der neue Vegetarier ab jetzt die Tofuwürste. Statt der Frikadelle den Gemüsebratling.

Nun sind wir keine Vegetarier, aber die Umstellung zur kohlenhydratarmen Ernährung bringt bei manchen ähnliche Dinge hervor. Nach über einem Jahr ist mir aber klar: der Versuch, dem „guten Alten“ ein äquivalentes „besseres Neues“ entgegenzustellen ist oft kontraproduktiv. Denn zum einen lassen sich die nachgebauten Gerichte oft einfach enttarnen, zum anderen beraubt man sich damit auch gerne mal der Möglichkeit, lustvoll zu experimentieren und etwas neues zu erfinden.

Selbstverständlich sind auch wir nicht völlig vor dieser Denkweise gefeit (siehe unsere Thunfischfrikadellen). Aber das Brot zum Frühstück haben wir zum Beispiel seit vielen Monaten durch die herrlichsten Omelettkreationen ersetzt und auch sonst experimentieren wir uns munter durch die Küchenlandschaft. Mittlerweile meist ohne Rücksicht auf Konventionen und mit einer gehörigen Menge an Spaß am Neuen.

Aber trotzdem sind wir kürzlich wieder mal in die Falle getappt und haben uns an – ja sowas gibt’s – veganem Mozzarella versucht. Also an einem Nachbau des Mozzarella, der dann dem Original sowohl in Textur als auch im Geschmack quasi ebenbürtig sein soll. Behauptet zumindest der nette Herr von roheEnergie.


Kalte Cashew-Terrine

Das Lustige: aus Sicht der Low-Carb-Ernährung wäre der Nachbau gar nicht nötig, denn der Zuckergehalt von Mozzarella liegt irgendwo zwischen 0 und 1g pro 100g. Außerdem ernähren wir uns nicht vegan oder vegetarisch. Aber wir sind ja experimentierfreudig. Außerdem hatten wir mit Cashews und Flohsamenschalen und Zitrone auch die Zutaten im Haus.

Das Resultat war dann optisch zwar halbwegs mit dem aus dem Video zu vergleichen, von der Konsistenz erinnerte es aber eher an einen etwas zu wenig steifen Wackelpudding und geschmacklich ist uns der echte Mozzarella um Größenordnungen lieber.

Unser Fazit:

Nennen wir das, was dabei herausgekommen ist statt Mozzarella lieber kalte Cashew-Terrine und lernen wir daraus zumindest etwas über die Konsistenz von zwei Stunden lang gequollenen gemahlenen Flohsamenschalen. Ein Wissen, das uns sicher an anderer Stelle noch mal zugute kommen wird.

Und nächstes Mal dann wieder der echte Mozzarella.