Low-Carb-Protein-Nuss-Dingens

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Einer der größtenVorteile von kohlehydratarmer Ernährung ist für mich die Tatsache, dass ich viel weniger Hunger habe und die Phasen zwischen den Mahlzeiten verlängern kann, ohne gleich Magenknurren zu bekommen.

An langen Arbeitstagen kann es jedoch sein, dass zwischen Mittagessen (normalerweise gegen 12:00 Uhr) und Abendessen (selten vor 19:00 Uhr) doch in all dem Stress mal der Energiepegel soweit absinkt, dass ein kleines Häppchen extra angesagt ist. Als Lowcarber greift man dann typischerweise zu ein paar Nüssen/Mandeln oder einer Bifi (die für meinen Geschmack ein bisschen zu salzig ist). Ich habe in den letzten Monaten auch ganz gerne mal einen Eiweißriegel genascht – leider habe ich da nur ein Fabrikat zur Auswahl, das auch (nahezu) laktosefrei ist und irgendwann war ich die verfügbaren Geschmacksvarianten dann leid.

Diverse Recherchen in amerikanischen LowCarb-Blogs zeigten: Man kann die Dinger selber machen. Hurra! Ich habe mich dort bedient und das Rezept auf meine Bedürfnisse angepasst.

  • 250 g weißes Mandelmus, ohne Zucker- oder Salzzusatz (alternativ Ernussmus, Mischnussmus, Sesammus, Cashewmus, Haselnussmus … usw. Ihr wisst schon)
  • 130 g neutrales (d.h. ungesüßtes und nicht aromatisiertes) Whey-Protein-Pulver (Molkeprotein-Isolat)
    (in meinem Fall das von Ironmaxx, weil es im Gegensatz zu anderen Whey-Protein-Präparaten absolut laktosefrei ist)
  • 125 g laktosefreien Magerquark
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • 1/2 EL flüssiges Vanille-Aroma
  • 1/2 EL flüssiges Orangen-Aroma
  • 65 g Bitterschokolade mit 100% Kakaoanteil
  • Steviapulver zum Süßen der Riegel-Masse sowie des Schokogusses (nach Geschmack)
    (ich benutze das von Govinda, weil es kaum bitter ist)
Zutatensammlung
Zutatensammlung, das Orangenaroma fehlt leider (sieht aber genauso aus, wie das mit Vanille)

Die Zubereitung ist einfach. Zuerst verrührt man mit dem Handmixer oder einer Küchenmaschine das Mandelmus, den Quark  und die flüssige Aroma-Zugabe. In einer separaten Schüssel vermischt man Eiweißpulver, Stevia (ich habe drei kleine Messlöffelchen genommen, das entspricht ca. 2-3 Messerspitzen) und Zimt mit einer Gabel und gibt die Mischung dann zu den anderen Zutaten in die Schüssel. Der Teig sollte nun in feuchte Streusel zerkrümeln.

Diese formt man mit der Hand zu einem Ball und rollt ihn mit einem Nudelholz auf einer Silikonmatte (oder auf Backpapier) aus. Wenn der Teig zu bröselig ist, alles zurück in die Schüssel und noch einen EL Quark unterrühren.

Den ausgerollten Teig in rechteckige Streifen schneiden (nicht zu lang, dann brechen sie gerne durch) und mit einem großen Messer oder einer Palette auf einem mit Backpapier ausgelegten Brett anordnen. Dann für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Riegelparade ... noch ohne Schokoguss
Riegelparade … noch ohne Schokoguss

Dann 70g Bitterschokolade langsam schmelzen (Wasserbad oder Microwelle) und mit etwas Stevia den eigenen Süßwünschen anpassen (hier 1-2 Messerspitzen). Die Riegel damit überziehen. Sehr gut eignet sich dafür ein Silikonpinsel.

Die Schokolade langsam schmelzen.
Die Schokolade langsam schmelzen.

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Die Schokolade fest werden lassen, und die Riegel in einer Frischhaltebox im Kühlschrank aufbewahren.

Das Ergebnis ist reichhaltig und lecker. Einziger Nachteil – die Mandel-Eiweißmasse klebt etwas an den Zähnen. Das fällt bei einer Tasse Kaffee zum Riegel aber kaum auf. Nach ersten Tests würde ich sagen, mehr als einen halben Riegel braucht man nicht, um den kleinen Hunger in die Wüste zu schicken.

Anmerkung:

Während der Experimentierphase habe ich verschiedene Eiweiß- und Nussmusvarianten ausprobiert. In den Blogs, die ich gelesen habe, wurde oft empfohlen 30g des Eiweiß-Pulvers durch pflanzliches Eiweiß zu ersetzen. Ich habe das mit Hanf-Eiweiß ausprobiert – das war mir aber deutlich zu herb. Auch wer Tahini (Sesammus) verwendet, muss wahrscheinlich etwas stärker süßen.

Wer möchte, gießt vor der Zubereitung das Öl ab, das sich i.d.R. oben auf dem Nussmus absetzt.

Nährwerte (ohne Gewähr):

gesamtes Rezept (ohne Aromen)
Kalorien: 2512
Kohlehydrate: 62,1 g
Davon Zucker: 22,5 g
Fett: 175,9 g
Eiweiß: 195,3 g

auf 100g (ohne Aromen)
Kalorien: 441
Kohlehydrate: 10,9 g
Davon Zucker: 3,9 g
Fett: 30,9 g
Eiweiß: 34,3 g

Bei mir wiegt ein Riegel etwa 30g, das entspricht ca. 133 kCal.

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Fotos: Chris Marquardt, www.chrismarquardt.com

2 Antworten auf „Low-Carb-Protein-Nuss-Dingens“

  1. Hey, danke für das Rezept und die Idee, nach dem Mandelmus so viel kostet wie Gold (gefühlt) hab ich das im Mixer mal selbst gemacht, der Rest ging dann auch gut bis ich Riegel schneiden sollte, die Masse hatte ich zwischen 2 dünnen, flexiblen Plastikbrettern ausgerollt und danach war er mir dann zu klebrig das ich das ganze am Stück gestellt hab und dann schon mal die Schokolade oben drauf gemacht.

    Habe am Ende nur unförmige Stücke rausbekommen die auch wieder etwas verkleben, aber die Schmecken auch ohne Stevia wunderbar, auch nicht Slowcarbern, erinnert etwas an Marzipan Pralinen vom Geschmack her…

  2. Hey, ich hab das Rezept gerade ausprobiert! Habe noch Kokosflocken dazu getan und die Schokoglasur weggelassen…
    die sind ja mal richtig lecker! Danke dafür! 🙂

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